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Häufigkeit (Prävalenz) von Erektionsstörungen
in Deutschland und weltweit
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In den letzten 15 Jahren wurden weltweit eine Reihe von Studien durchgeführt, die die Häufigkeit der erektilen Dysfunktion (ED) untersucht haben. Die Ergebnisse sind teilweise sehr unterschiedlich. Das ist allerdings nicht verwunderlich. Die Ermittlung der Häufigkeit von Erektionsstörungen ist nun mal wesentlich komplizierter als beispielsweise die Ermittlung der Zahl von Kraftfahrzeugen pro Kopf der Bevölkerung. Die folgenden Faktoren beeinflussen stark das Ergebnis einer solchen Studie:
- Die der Studie zugrunde gelegte Definition der Erektionsstörung
- Die Art der Datenerhebung (z.B. Interview oder Fragebogen)
- Die Eindeutigkeit und Aussagekraft der Fragen
- Die Auswahl der Stichprobe (Kulturkreis, Stadtbevölkerung, Landbevölkerung)
In den folgenden Abschnitten stellen wir Ihnen einige ausgewählte Studien vor.
Massachussets Male Aging Study (MMAS)
demnächst
Men's Attitudes to Life Events and Sexuality (MALES)
demnächst
Kölner Studie
Randbedingungen und Vorgehensweise
Ein speziell entwickelter und vorher getesteter Fragebogen (Kölner Erfassungsbogen zur Erektilen Dysfunktion, kurz KEED) wurde im Jahr 1998 an eine repräsentative Stichprobe von 8000 Männern zwischen 30 und 80 Jahren aus dem Stadtbezirk Köln verschickt. 4883 ausgefüllte Fragebogen wurden zurückgeschickt, davon konnten 4489 verwertet werden.
Definition der erektilen Dysfunktion
Die Erektionsfähigkeit wurde anhand der folgenden Fragen bewertet:
| 11. | Haben Sie Probleme mit der Erektion (Steifheit des Gliedes)? | nie (1) |
selten (2) |
gemischt (3) |
häufig (4) |
immer (5) |
| 12. | Wie häufig bemerken Sie morgendliche Erektionen? | immer (1) |
häufig (2) |
gemischt (3) |
selten (4) |
nie (5) |
| 13. | Reicht die Erektion für das Eindringen in den Partner aus? | immer (1) |
häufig (2) |
gemischt (3) |
selten (4) |
nie (5) |
| 14. | Reicht die Dauer der Erektion für einen Geschlechtsverkehr aus? | immer (1) |
häufig (2) |
gemischt (3) |
selten (4) |
nie (5) |
| 15. | Erschlafft der Penis während des Geschlechtsverkehrs? | immer (5) |
häufig (4) |
gemischt (3) |
selten (2) |
nie (1) |
| 16. | Ist es Ihnen möglich einen Orgasmus zu erreichen? | immer (1) |
häufig (2) |
gemischt (3) |
selten (4) |
nie (5) |
Die Antworten 14 und 15 fragen den selben Sachverhalt ab. Anhand der Antworten auf diese Fragen wurde kontrolliert, ob der Fragebogen sorgfältig ausgefüllt wurde. Den Antworten wurden die in der Tabelle angegebene Punktzahl zugeordnet. Falls die Summe der Punktwerte für diese 6 Antworten über 17 lag, wurde dies als Vorliegen einer erektilen Dysfunktion gewertet.
Ergebnisse
Neben der Bestimmung der Prävalenz der erektilen Dysfunktion sollte die Studie auch die wichtigsten Begleiterkrankungen herausfinden. Wir beschränken uns hier auf die Ergebnisse bezüglich der Prävalenz. Das wichtigste Ergebnis ist, dass bei 19,2% aller Männer zwischen 30 und 80 Jahren eine erektile Dysfunktion festgestellt wurde. Aber nur rund ein Drittel dieser Männer (6,9 % aller Männer) leiden unter der Erektionsstörung und brauchen deshalb eine Behandlung. Die übrigen haben mit ihrer Potenzstörung kein Problem. Mit höherem Alter nimmt die Häufigkeit der Erektionsstörung deutlich zu. Die folgende Tabelle zeigt die Ergebnisse:
| Altersgruppe | 30-39 | 40-49 | 50-59 | 60-69 | 70-80 | Total |
|---|---|---|---|---|---|---|
| sexuell aktiv | 96,0 | 91,9 | 88,7 | 83,6 | 71,3 | 88,3 |
| wöch. sex. aktiv | 92,9 | 85,3 | 80,9 | 66,1 | 41,5 | 77,5 |
| sex. unzufrieden | 34,8 | 32,3 | 31,5 | 41,1 | 44,0 | 36,7 |
| ED | 2,3 | 9,5 | 15,7 | 34,4 | 53,4 | 19,2 |
| therapiebedürftig | 1,4 | 4,3 | 6,8 | 14,3 | 7,7 | 6,9 |
Erklärung: "therapiebedürftig" sind Männer mit einer erektilen Dysfunktion, die gleichzeitig auch mit ihrer sexuellen Situation unzufrieden sind.
Das nebenstehende Schaubild zeigt die Prävalenz der Erektionsstörung in den untersuchten Altersklassen (fett eingetragene Werte in der obenstehenden Tabelle).
Kritik
Die Entscheidung über das Vorliegen einer Erektionsstörung beruht auf klaren Fragen. Lediglich Frage 16 ("Ist es Ihnen möglich einen Orgasmus zu erreichen?") zielt nicht eindeutig auf eine erektile Dysfunktion. Die Antwort auf diese Frage gibt wohl eher Auskunft über eine eventuell vorliegende Orgasmusstörung (Anorgasmie).
Insgesamt ist die Kölner Studie eine sorgfältige Arbeit, die sich auf eine im Vergleich zu anderen Studien große Anzahl von befragten Männern stützt. Aussagen zur Häufigkeit von Erektionsstörungen in unseren Internetnetseiten basieren auf dieser Studie.
Berliner Männer-Studie (BMS)
demnächst
Literatur
Vergleich von Studien:
- M. Kubin, G. Wagner, A.R. Fugl-Meyer:
Epidemiology of erectile dysfunction
International Journal of Impotence Research 15 (2003), S. 63-71
zur Massachussets Male Aging Study (MMAS):
- H.A. Feldmann, I. Goldstein, D.G. Hatzichristou,
R.J. Krane, J.B. McKinlay:
Impotence and its medical and psychosocial correlates: Results of the Massachusetts Male Aging Study
The Journal of Urology 151 (1994), S. 54-61
zur MALES-Studie:
- R.C. Rosen, W.A. Fisher, I. Eardley, C. Niederberger, A. Nadel, M. Sand:
The multinational Men's Attitudes to Life Events ans Sexuality (MALES) study:
I. Prevalence of erectile dysfunction and related health concerns in the general population
Current Medical research and Opinion 20 (2004) No. 5, S. 607-617
zur Kölner Studie:
- M. Braun, T. Klotz, B. Reifenrath, M. Mathers,
G. Wassmer, A. Schoenberger, U. Engelmann:
Die Prävalenz von männlichen Erektionsstörungen in Deutschland heute und in der Zukunft
Aktuelle Urologie 31 (2000), S. 302-307 - M. Braun, G. Wassmer, T. Klotz, B. Reifenrath, M. Mathers, U. Engelmann:
Epidemiology of erectile dysfunction: results of the 'Cologne Male Survey'
International Journal of Impotence Research 12 (2000), S. 305-311 - M. Braun, T. Klotz, B. Reifenrath, G. Wassmer, U. Engelmann:
"KEED" - erster deutschsprachig validierter Fragebogen zur Erfassung der männlichen sexuellen Funktion
Aktuelle Urologie 29 (1998), S. 300-305
zur Berliner Männer Studie:
- G.A. Schäfer, H.S. Englert, C.J. Ahlers, S. Roll,
S.N. Willich, K.M. Beier:
Erektionsstörung und Lebensqualität - Erste Ergebnisse der Berliner Männer-Studie
Sexuologie 10 (2003) Heft 2/3, S. 50-60