Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz)

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Mangelndes sexuelles Verlangen (mangelnde Libido, Libidoverlust)

Beim sexuellen Verlangen (Libido, sexuelle Appetenz) gibt es sowohl bei Männern wie auch bei Frauen eine große Bandbreite. Manche haben täglich Appetit auf Sex, anderen reicht einmal in der Woche oder einmal im Monat. Schließlich gibt es auch Menschen, die keinerlei Bedürfnisse nach sexuellen Kontakten haben und dabei nichts vermissen (Aven 2005). Natürlicherweise lassen auch mit dem Alter die sexuellen Bedürfnisse nach. Das alles kann vollständig "normal" sein.

Eine ganz andere Situation liegt vor, wenn bei einem vorher sexuell aktiven Menschen das sexuelle Bedürfnis in kurzer Zeit stark nachlässt oder komplett verschwindet und der Partner darunter leidet. Da die Sexualität für viele Menschen die intimste und intensivste Form ist, Nähe, Zuneigung und Verbundenheit auszudrücken, wird umgekehrt nachlassendes sexuelles Verlangen (Libidoverlust, Appetenzverlust) oft zu einer großen Belastung für eine Beziehung. Das sollte man nicht einfach hinnehmen. Ein Libidoverlust kann ein Warnsignal des Körpers oder der Seele sein, das ein Problem anzeigt, dem nachzugehen sich lohnt.

Grundsätzlich unterscheidet man einen lebenslang bestehenden Libidomangel und einen erworbenen (erst im Laufe des Lebens aufgetretenen) Libidomangel. Wir beschäftigen uns im Folgenden hauptsächlich mit dem erworbenen Libidomangel und benutzen dafür den Begriff Libidoverlust.

Libidoverlust: Ursachen

Ein Libidoverlust kann viele Ursachen haben. Die folgende Aufstellung enthält einige davon:

Libidoverlust: Diagnose

Bei der Diagnose spielt die Erhebung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) eine entscheidende Rolle. Der Arzt bzw. Therapeut wird dabei u.a. folgende Fragen ansprechen:

Wenn die Anamnese nicht eindeutig auf eine psychische Ursache hinweist, dann wird auch eine Blutuntersuchung durchgeführt, bei der (Gesamt-)Testosteron und Prolaktin und eventuell weitere Werte (freies Testosteron, SHBG, FSH, LH, T3, T4) bestimmt werden (Beier 205, S. 254). Anstelle des nur aufwändig zu bestimmenden Wertes des freien Testosterons wird dafür oft ein berechneter Wert, der sog. Freie Androgen Index (FAI), herangezogen. Die Formel für den FAI ist 100 * Gesamt-Testosteron / SHBG.

Therapie

Beim Vorliegen von körperlichen Ursachen wird der Arzt versuchen, die Ursachen entweder zu beseitigen (z.B. durch Austausch von Medikamenten) oder die Symptome zu lindern (z.B. durch eine Testosteronsubstitution).

Bei vorwiegend psychischen Ursachen ist eine Sexualberatung oder -therapie erforderlich. Geeignete Beratungsstellen finden Sie auf unserer Seite Sexual- und Paarberatungsstellen.

Vorbereitung des Arztbesuchs

Tritt die sexuelle Unlust innerhalb einer festen Partnerschaft auf, so ist hilfreich, wenn das Paar Antworten auf die obenstehenden Fragen zusammenträgt. Darüberhinaus kann es aufschlussreich sein, gemeinsam über folgende Fragen nachzudenken:

Solche Gespräche sind nicht einfach. In unserer Seite Erektionsstörungen - Anregungen für Partnerinnen finden Sie Anregungen und Tipps für Gespräche. Wenn diese Gespräche unbefriedigend verlaufen, dann kann eine Paarberatung weiterhelfen.

Literatur

Diese Seite wurde von Nicht-Medizinern erstellt. Das Redaktions-Team hat dazu sorgfältige Recherchen durchgeführt. Die Informationen auf dieser Seite sollen Ihnen bei der Vorbereitung eines Arztbesuchs helfen und das Gespräch mit dem Arzt erleichtern. Sie können keinesfalls das Gespräch mit dem Arzt ersetzen!