Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz)

Erektionsstörung: Ursachen, Behandlung, Kosten, Erfahrungen - von Betroffenen

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Eine Geschichte mit Happy End

Heute, wo ich meine Geschichte mal aufschreibe, um Anderen vielleicht Mut zu machen, bin ich 44 Jahre alt. Bis vor Kurzem hatte ich mehr als ein Jahrzehnt keinen richtigen Geschlechtsverkehr und kein normales Sexualleben mehr, weil ich mich mit Fatalismus in mein Schicksal ergeben und diesbezüglich komplett zurückgezogen hatte. Und auch wie im Märchen glaubte, eventuell mal eine Partnerin zu finden, der der reine Sex nicht so wichtig ist. Was aber natürlich, weil wir nicht im Märchen leben, nicht eingetreten ist.

Ich versuche mal, etwas der Reihe nach zu erzählen, wie sich alles entwickelt hatte:

Fange mal 1994 an, da war ich 26 Jahre alt und hatte ein normales Sexualleben wie alle anderen auch. Damals lernte ich meine spätere Frau kennen, sie war damals 17 und im Rausch der Verliebtheit hatten wir natürlich viel und regelmäßig Sex. Nach etwa zwei Jahren hatte ich zum ersten Mal Erektionsprobleme. Da wir aber damals viel gefeiert haben, schob ich es jeweils auf den Alkoholgenuss. Trotzdem gab es erste Phasen, in denen ich im Kopf vor dem Sex diese Gedanken hatte, die da nicht hin gehören: Wird es heute klappen? Schon am Morgen hatte ich solche Gedanken in Erwartung des Abends.

Und es kam, wie es kommen musste: wiederholt kam es zum Versagen, was dann nur noch mehr Kopfkino verursachte. Meine Freundin war jedoch sehr verständnisvoll und hat keinerlei Druck gemacht deswegen, der Druck kam von mir selber. Habe damals dann einen Urologen aufgesucht, der mir in Anbetracht meines Alters erst nicht wirklich glauben wollte, zumal damals eine Untersuchung keine organischen Ursachen ergab. So bekam ich mein erstes Viagra-Rezept, allerdings ohne erfolgreiche Resultate.

Es folgten längere Phasen ohne vaginalen Geschlechtsverkehr; wir hatten nur noch gegenseitigen oralen Sex, was natürlich auch Sex ist, aber eben nicht das Gleiche wie "normal". Trotz aller Probleme haben wir aber 1998, an meinem 30. Geburtstag, geheiratet. Ganz selten funktionierte noch mit viel Glück eine Penetration, in der Regel aber blieb es bei gegenseitiger Masturbation und der Sex beschränkte sich auf einmal in der Woche, obwohl meine Frau mir deutlich zeigte, dass ihre Bedürfnisse damit nicht (mehr) befriedigt werden.

Zu dieser Zeit hatte ich mich bereits in Fatalismus geflüchtet und mich irgendwie damit abgefunden, dass es bei mir eben nicht mehr richtig klappt. Da ich aber eine ansonsten glückliche Beziehung führte, hielt sich das gesamte Problem vergleichsweise noch im Rahmen und war gut zu verdrängen.

Ende 2000 jedoch gab es erste Schwierigkeiten in unserer Ehe, weil (was ich damals aber noch nicht wusste) meine Frau eine Affäre begonnen hatte. Im November 2000 hatten wir noch mal vaginalen Geschlechtsverkehr. Kann mich gut daran erinnern, weil es a) ja nur noch selten überhaupt klappte und b) dabei meine/unsere Tochter gezeugt wurde. Trotz Schwangerschaft haben wir uns dann getrennt und wurden zwei Jahre später glücklich geschieden und verstehen uns heute auch noch gut. Unsere Tochter ist heute 11,5 Jahre alt.

Aufgeschrieben habe ich dies so ausführlich, um mal festzuhalten, dass 11/2000 mein letzter vaginaler Verkehr stattgefunden hatte, ich war damals 32 Jahre alt.

Es folgte eine Phase der Findung und persönlichen Entwicklung als Single. Kontakt zu Frauen hatte ich zwar, aber keinen sexuellen. Mein Beziehungsleben bestand aus einer sehr guten Freundschaft zu einer Frau und wir verbrachten fast drei Jahre in einer platonischen Beziehung ohne Sex, nicht mal mit Küssen. Diese Beziehung endete, als sie sich in einen Anderen verliebte und mit diesem Mann zusammen zog (und ihn später auch heiratete).

Ein einziges Mal kam es in den drei Jahren zu einem One-Night-Stand mit einer Bekannten im Rahmen des Möglichen, jedoch ohne Penetration. Durch meine platonische Freundin bestärkt, wollte ich nach Jahren des Fatalismus aber mein Erektionsproblem noch mal medizinisch neu angehen.

Bin privat versichert und somit ist man gerne gesehener Patient bei den Urologen. Es begann eine kleine Ärzte-Odyssee und ich wurde medikamentös versorgt. Problem war nur, dass ich ja gar keine Partnerin hatte, mit der ich ausprobieren konnte, ob die Medikamente helfen. Aber auch im Selbstversuch zeigte sich rasch, dass eine Erektion kaum aufzubauen ist und wenn, dann ganz schnell wieder vergeht. Auch ein Versuch mit SKAT (Caverject Impuls) verlief erfolglos. Damals bekam ich zum ersten Mal dann die Diagnose ED organisch, obwohl die wahre Ursache dafür unklar blieb.

Mit wenig Empathie sagte mein damaliger Arzt zu mir, es sei wohl richtig "Scheiße, wenn man das Ding nur noch zum Pissen gebrauchen kann …" Ich war erschüttert und mein Selbstwertgefühl am Boden, so dass ich zunächst wieder mal aufgab und keine weiteren Ärzte konsultierte. Außerdem dachte ich ja auch (noch), mal eine Partnerin zu finden, der Sex nicht alles ist und die eine Beziehung auch "so" leben würde.

Parallel, das ist wichtig zu erwähnen, bekam ich eine Autoimmunkrankheit unklarer Genese, die sich durch ständige heftige Thrombophlebitis und auch eine tiefe Beinvenenthrombose zeigte und manifestierte. Im Rahmen der Ursachenforschung war ich an einer Klinik für Diagnostik, wo ich komplett durchuntersucht wurde. Ganz nebenbei erhielt ich hier die Diagnose "Induratio penis plastica" und den Verdacht auf eine Keloidbildung in den Schwellkörpern mit rheumatischer Grundproblematik. Die Ursache der Autoimmunerkrankung liegt bis heute im Verborgenen.

Nach langer "Abstinenz" lernte ich 2006 eine Frau mal wieder kennen und lieben. Sie war sexuell sehr aktiv. Ich habe ihr gleich zu Anfang meine Erektionsprobleme offenbart und dies hatte zunächst zwei Vorteile.

Einerseits wollte sie keinen Sex mit Kondom aber einen HIV-Test, der damals beim Gesundheitsamt ca. zwei Wochen dauerte. So gab es guten Grund, zunächst mal "nur" Sex ohne Penetration zu haben und der war trotzdem ausgiebig und erfüllend (zumindest für mich). Außerdem war sie Borderlinerin und als solche in Psychotherapie und berichtete ihrer Verhaltenstherapeutin von mir. Über sie und um mich meinen Problemen mal wieder zu stellen, begann ich mit probatorischen Sitzungen bei der gleichen Therapeutin mit Zielrichtung Sexualtherapie. Parallel habe ich auch mal wieder einen Urologen aufgesucht und, da alle medikamentösen Versuche ja bereits erfolglos verliefen, bekam ich eine Vakuum-Penispumpe verschrieben bzw. musste diese teuer kaufen.

Meine Freundin fuhr dann wegen ihrer Borderline-Störung zur Kur, wo ich sie besuchte. Bis dahin hatten wir viel Sex, aber ohne Penetration. Mit der Pumpe hatte ich geübt und gegenseitig hatten wir uns angestachelt und ausgemalt, an dem einen Abend endlich richtig und ausgiebig Sex zu haben. Da ich offen bin, habe ich ihr dann am Bett die Pumpe und ihre Handhabung gezeigt, was allerdings nicht wirklich erotisch wirkte. Zum "Showdown" war bereits Gleitcreme notwendig, weil ohne ein Eindringen nicht möglich war. Und ja, "er" war dann nach vielen Jahren mal wieder richtig drin, aber: Meine Freundin war nicht erregt und ich kam nach nicht mal einer Minute. Die ganze Situation war erniedrigend für mich und ich bekam durch ihre Reaktionen mit, dass auch rein gar nichts ok war.

Diese gesamte Gemengelage, insbesondere die Pleite mit der Pumpe und die Zurückweisung danach hatte zur Folge, dass ich eine Angst- und Panikstörung entwickelte. Will das hier nicht weiter ausführen; wer das Thema kennt, kann erahnen, was es für Folgen hatte. Zu meinem Glück wurde diese Sache unmittelbar, und zwar im Rahmen der probatorischen Sitzungen bei der Verhaltenstherapeutin, richtig diagnostiziert, so dass ich sehr schnell professionelle Hilfe bekam. Trotzdem dauerte es ein Jahr Therapie und weitere drei Jahre, ehe das Thema Angst und Panik in meinem Leben nicht mehr die dominierende Rolle spielt.

Unmittelbar nach Rückkehr aus der Kur endete dann die Beziehung und auf Arbeit lernte ich eine 19jährige Azubi kennen und wir wurden schnell ein Paar. Allerdings auch nur für kurze Zeit. Ihre sexuellen Bedürfnisse konnte ich zu keinem Zeitpunkt erfüllen. Trotz der vorherigen Pleite mit der Pumpe versuchte ich mangels Alternativen auch mit ihr noch mal dieses Instrument, aber auch da endete es im Fiasko. Die Beziehung war schnell zu Ende.

Ab da habe ich mich sexuell fast komplett zurück gezogen, auch, um nicht dauernd seelisch verletzt zu werden. Es folgten JAHRE mit extrem wenigen Sexualkontakten, obwohl es an Gelegenheiten grundsätzlich nicht mangelte aber ich habe mich auf fast nichts eingelassen.

Ausnahmen: Regelmäßige jährliche Eskapaden mit einer Kollegin nach den Weihnachtsfeiern, aber ohne Penetration. Ihr gegenüber habe ich immer alles auf den Alkohol geschoben und sie war es zufrieden, jedenfalls hat sie nie was gesagt und es kam ja trotzdem zu Wiederholungen. Dann einmal eine Episode an meinem 40. Geburtstag mit einer anderen Kollegin, aber auch ohne vaginalen Verkehr.

DAS WARS bis 2012! Und ich war gerade mal Anfang 40! Und ansonsten gut in Form, laufe Marathon! Und: trotz ED war natürlich die ganze Zeit das sexuelle Bedürfnis nicht verschwunden; ich musste es allein am PC befriedigen und hasse dieses Bild, mich allein am PC onanieren zu sehen; das passt mit meinem Selbstbild nicht zusammen. Nicht, weil ich es moralisch anstößig fände, sondern weil es letztlich ein Zeugnis von Einsamkeit ist, die man sich sonst nicht gerne eingesteht.

So, nun war also 2012 und ich begann im April eine Affäre mit einer 28jährigen Frau. Wir hatten tabulosen und absolut tollen Sex aber leider eben auch wieder ohne vaginale Penetration. Im besten Fall war ein ganz kurzes Einführen des nicht ganz erigierten Penis möglich, was natürlich nicht für erfüllende sexuelle Aktivitäten genügte. In langen Gesprächen ermutigte sie mich, noch mal einen weiteren Versuch zu wagen, mein Problem zu lösen.

Mir war klar, dass es ohnehin nur noch eine einzige Lösung geben konnte: ein Penisimplantat. Das wusste ich schon lange, war aber immer über Internetrecherchen nicht hinaus gegangen, weil mich der Gedanke an eine solche OP und deren Kosten abschreckte. Im Rausch der neuen Beziehung allerdings gab ich mir einen Ruck und suchte eine Urologische Sprechstunde eines Professors an einer Universitätsklinik auf, das war im Mai. Das Gespräch mit ihm dauerte nur eine viertel Stunde und nach der Anamnese sagte er, ich sei der Paradefall für ein Penisimplantat und ob wir schon mal einen OP-Termin machen wollten. Da konnte ich aber noch nicht so schnell zusagen und erbat mir etwas Bedenkzeit.

Dank meiner neuen Bekannten hatte ich mich aber grundsätzlich entschlossen, diesen Schritt zu gehen. Habe Kontakt mit meiner privaten Krankenversicherung aufgenommen und meiner Beihilfestelle. Die Beihilfe hat eine Kostenzusage schnell erteilt, mit der PKV musste ich bis zuletzt und sogar bis nach dem OP-Termin noch ringen, aber letztlich wurde alles komplett übernommen, habe nichts selber zahlen müssen.

Ende Juni war es dann soweit, dass ich mir einen OP-Termin besorgt habe. Termin: 16.08.2012. Dieses Datum werde ich NIE vergessen!

Der Sex mit meiner Affäre war zu dieser Zeit schon wieder abgeflaut, da sie sexuell sehr fordernd war und ich das alles nicht so leisten konnte. Trotzdem unterstützte sie mich moralisch weiter und nahm mir auch das definitive Versprechen ab, die Erste sein zu dürfen, die nach der OP die neue Errungenschaft ausprobieren dürfe. Dieses Versprechen gab ich natürlich gerne und hatte damit auch ein wichtiges Ziel, nämlich dann endlich "richtigen" und erfüllenden Sex mit meiner Affäre haben zu können.

Über dieses Portal bekam ich auf Anfrage Mailkontakt zu Männern, die diese OP bereits hinter sich haben. Das war eine ganz wichtige Hilfestellung für mich! Ich konnte alle meine Fragen stellen, wie es mit Schmerzen nach der OP und dem Heilungsverlauf sei und sowieso mit der Handhabung und Zufriedenheit mit dem Penisimplantat. Habe bestimmt auch ganz dumme Fragen gestellt, aber sämtliche Fragen wurden immer super schnell, freundlich und ausführlich beantwortet, wofür ich mich hier an dieser Stelle auch nochmals ausdrücklich bedanken möchte.

Am 16.08.2012 war meine OP und nach dem Aufwachen war meine Affäre bei mir am Bett. Dank ausgefeilten Schmerzmanagements waren die Schmerzen insgesamt absolut erträglich, nur der Blasenkatheter war sehr unangenehm und ich ließ ihn an Tag zwei gleich wieder ziehen. Bereits am Tag nach der OP konnte ich schon erste Schritte machen und nach fünf Tagen nach Hause entlassen werden.

Ach ja: Mein Operateur teilte mir mit, dass es wegen Fibrosen und Plaques in den Schwellkörpern sehr schwierig war, Platz für das Penisimplantat zu schaffen. Die Fibrose war so ausgeprägt, dass es nur ein Jahr später zu spät gewesen wäre für eine solche OP! Was für ein Glück ich hatte, dass es noch im letzten Moment gemacht wurde!!!! Wegen der fortgeschrittenen Fibrose gelang es nicht, das Penisimplantat regelgerecht bis ganz nach oben in den Bereich der Eichel zu implantieren. Das Implantat endet etwa 2 cm darunter, so dass die Eichel sehr biegsam ist.

Nach der Entlassung nach Hause habe ich sofort meinen Urologen aufgesucht, der aber unumwunden zugab, gar keine Ahnung von Penisimplantaten zu haben, aber gerne den Verbandswechsel übernehmen würde. Zum Glück sind keine der möglichen Komplikationen eingetreten, außer dass die Wundheilung an dem Schnitt im Hodensack sehr verzögert war und sechs Wochen dauerte. Zwar waren die sechs Wochen Heilungsphase sehr anstrengend und es ging nicht so schnell voran, wie erhofft, aber auch da standen mir die "Paten" per Mail immer wieder mit Ratschlägen zur Seite und konnten mir meine Befürchtungen nehmen, dass bei mir etwas nicht normal verlaufen würde. Gerade in der ersten Zeit, wo man nicht richtig gehen, liegen oder stehen kann, macht man sich sehr Sorgen, wie wohl alles werden würde am Ende. Die ersten Nächte habe ich das komplette implantierte Equipment in meinem Körper regelrecht gespürt, aber es wurde mit jedem Tag besser.

Weitere Episode: mein Operateur wollte die Pumpe für das Penisimplantat eigentlich rechts neben die Hoden platzieren, um diese gut bedienbar zu machen. Nach der OP lag die Pumpe aber zwischen beiden Hoden, mit dem Ablassknopf nach rechts, der Knopf stößt quasi gegen den rechten Hoden. Erst durch den Mailkontakt erfuhr ich, dass es auch bei den Anderen so war und eigentlich nicht unüblich ist; mein Operateur aber wollte die Pumpe, wie gesagt, eigentlich rechts platzieren.

Obwohl ich bei der Entlassung ermuntert wurde, schon mal etwas zu experimentieren, waren die Hoden zunächst so angeschwollen, dass ich vier Wochen lang überhaupt gar nicht daran dachte, da mal was zu probieren. Und durch die Wundheilungsverzögerung hatte ich auch noch immer eine offene Wunde an dem Schnitt im Hodensack, so dass ich da sowieso gar nicht anfassen wollte.

Nach fünf Wochen habe ich mich dann aber zum ersten Mal getraut, das Penisimplantat aufzupumpen und: es ging wunderbar! Ich hatte eine tolle Erektion! Und sie hielt natürlich!

Problem: Mangels Übung konnte ich den Ablassknopf nicht finden! Leichte Panik kam schon auf! Trotz Selbstermahnung zur Ruhe und …zigfachen Versuchen und Tasten konnte ich den verdammten Knopf nicht finden!

Nach einer sehr schmerzhaften und durchwachten Nacht mit Erektion tauchte ich früh morgens zu Dienstbeginn in der Uniklinik bei meinem Operateur auf und hatte Glück, dass er auch da war und sogar Zeit für mich hatte. Mit einem Griff war das Problem gelöst und er hat mir genau gezeigt, wo der Knopf sich befindet. Bei der Gelegenheit war er selber angenehm erstaunt, wie gut die Pumpe ZWISCHEN den Hoden liegt anstatt rechts daneben und fand, dass es so gar nicht auffiele.

Eine Woche später war meine Abschlussuntersuchung und die ersehnte Freigabe für die praktische Benutzung. LEIDER konnte meine Affäre, die mich bis dahin weiter gut unterstützt hatte, nun aber gar nichts Erotisches mehr an der Sache finden (vielleicht auch wegen der Suche nach dem Knopf bei der Dauererektion), sagte es mir aber nicht offen. Und ich wollte nun nicht so mit der Tür ins Haus fallen, sondern auf eine "Gelegenheit" warten. Diese bot sich jedoch über Wochen nicht und endlich kam das Geständnis, dass sie es sich "so" nicht mit mir vorstellen könne.

Uuuups! War nun also alles umsonst? Immerhin hatte ich zu der Zeit letztlich fast acht Wochen schon die Freigabe, aber konnte das Ergebnis noch nicht im Echtbetrieb testen.

Durch die Umstände entschloss ich mich, in einen Club zu gehen, der ähnlich einem Swingerclub funktioniert. Ich hoffe, der Leser hat hier an dieser Stelle dafür Verständnis, abseits moralischer Bedenken. Für mich war es sehr wichtig, das Penisimplantat mal im Echtbetrieb zu testen! An dem Abend hatte ich Sex mit mehreren Frauen (mit Kondom natürlich, falls das hier wichtig ist) und keine hat etwas gemerkt oder gesagt. Egal ob oral, vaginal oder manuell stimuliert, es gab keine Probleme.

Und stellt euch jetzt mich vor! Nach mehr als einem Jahrzehnt ohne regelrechte sexuelle Aktivitäten konnte ich ungezwungen machen, was ich wollte und dank Penisimplantat sogar immer mit der Gewissheit, dass "er" steht, so lange ich es nicht durch Knopfdruck anders möchte!!!! Es war eine erfüllende Erfahrung, die mein Selbstvertrauen und auch mein Selbstwertgefühl in dieser Beziehung von nahe Null auf fast Hundert regelrecht katapultierte.

Silvester 2012 habe ich mich an dieses Jahr als ein ganz, ganz wichtiges in meinem Leben erinnert, das eine wesentliche Entscheidung brachte, die mir Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen, Spaß am Leben wieder gebracht hat. Und die Erkenntnis, dass ich viel zu lange mit dem letzten Schritt, der OP, gewartet habe. Zehn Jahre befriedigenden Sex habe ich verschwendet und statt dessen am PC verbracht. Trotzdem: der richtige Zeitpunkt war wohl erst jetzt; Jeder muss das ganz allein für sich selber entscheiden.

Das Penisimplantat gehört heute zu mir und stört nicht. Allerdings ist es auch im abgelassenen Zustand derart groß, dass man eine Erektion vermuten könnte. Gehe trotzdem in die Sauna und ernte manchmal Blicke, das ist mir aber egal.

Ganz großen Dank nochmals hier an das Portal für die wertvolle Unterstützung und die Kontakte, die mir alle meine vielen Fragen so empathisch und schnell beantwortet haben und unschätzbare Hilfe waren in den Zeiten der Zweifel und Unsicherheit.

Wer meinem Bericht bis hier zum Ende gelesen hat, wird Gründe dafür haben. Ihm wünsche ich alles Gute und dass mein Beispiel Mut gibt, das Leben mit ED zu meistern und nicht aufzugeben.