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Behandlung (Therapie) der ED
(erektile Dysfunktion, Erektionsstörung, Potenzstörung, Impotenz)
Weitere Artikel zur Behandlung:
Die folgenden Abschnitte geben einen ersten Überblick über die unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten und verweisen auf weiterführende Informationen.
Zuvor einige Tipps:
- Besorgen Sie sich keine Medikamente aus zweifelhaften Quellen, die Sie im Internet gefunden haben. Gehen Sie zu Ihrem Apotheker.
- Experimentieren Sie nicht alleine! Die Auswahl der Maßnahmen muss in Zusammenarbeit mit einem Facharzt erfolgen, um mögliche Kontraindikationen zu beachten und die richtige Dosierung bei Medikamenten zu finden.
- Beziehen Sie Ihre Partnerin bei der Auswahl ein, damit sichergestellt ist, dass sie Ihre Wahl akzeptiert.
Orale (durch den Mund einzunehmende) Medikamente
Alle im Folgenden aufgeführten Medikamente sind verschreibungspflichtig.
- Cialis®, Levitra®,
Viagra®
Diese Medikamente stellen zweifelslos die angenehmste Therapie der erektilen Dysfunktion dar. Sie beruhen alle auf demselben biochemischen Prinzip (PDE-5-Hemmer, PDE-5-Inhibitoren). Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite "Therapie der erektilen Dysfunktion: PDE-5-Hemmer (Cialis®, Levitra®, Viagra®)". - Yocon-Glenwood®,
Yohimbin "Spiegel"® (Wirkstoff Yohimbin)
Yohimbin wird hauptsächlich bei psychisch bedingten Erektionsstörungen eingesetzt. Im Gegensatz zu Bedarfsmedikamenten wie beispielsweise Viagra®, die kurz vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden, wird bei Yohimbin meistens eine regelmäßige Einnahme empfohlen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite "Therapie der erektilen Dysfunktion: Yohimbin".
Bitte beachten Sie: Diese Medikamente wirken nicht automatisch. Eine Erektion erfolgt nur bei sexueller Stimulierung.
Die Apomorphin-Präparate Ixense® und Uprima® wurden Ende 2004 bzw. Anfang 2005 wegen zu geringer Verkaufszahlen vom Markt genommen. Damit sind jetzt keine ED-Medikamente mit dem Wirkstoff Apomorphin mehr erhältlich. Apomorphin hat die anfänglichen hohen Erwartungen nicht erfüllt.
Lokal anzuwendende Medikamente
Alle im Folgenden aufgeführten Medikamente sind verschreibungspflichtig.
- SKAT = Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie
(Caverject®, Viridal®)
Es wird ein Wirkstoff (heute meist Alprostadil) direkt in die Schwellkörper gespritzt. Durch die Verwendung einer sehr dünnen Nadel treten dabei kaum Schmerzen auf. Die Erektion tritt nach ungefähr 10 Minuten ein. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite "Therapie der erektilen Dysfunktion: SKAT". - MUSE® = Medicated Urethral System for Erection (Hersteller:
Vivus, Inc.)
Hier wird der Wirkstoff Alprostadil in Form einer Mini-Tablette mit einem Applikator in die Harnröhre eingeführt. Dadurch wird das für viele Männer gefühlsmäßig so schwierige Spritzen vermieden. Allerdings ist die Erfolgsrate geringer als bei der SKAT-Anwendung und es dauert länger (ca. 20 Minuten) bis die Wirkung eintritt.
Mechanische Hilfsmittel
- Vakuum-Erektionshilfe (andere
Bezeichnungen: Vakuumpumpe, Vakuumsaugpumpe)
Der Penis wird in einen durchsichtigen Plastikzylinder gesteckt, in dem dann mit einer kleinen Hand- oder Elektro-Pumpe ein Unterdruck erzeugt wird. Dadurch fließt Blut in die Schwellkörper. Sobald eine ausreichende Steifheit vorliegt, wird mit einem Penisring der Abfluss des Blutes aus den Schwellkörpern verhindert. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite "Therapie der erektilen Dysfunktion: Vakuum-Erektionshilfe (Vakuumpumpe)". - Penisringe (in jedem Sex-Shop erhältlich)
Ist auf natürlichem Weg noch eine ausreichende anfängliche Erektion möglich, so kann mit einem über den erigierten Penis bis zur Peniswurzel gestreiften Penisring die Erektion erhalten werden.
Penisringe gibt es mit unterschiedlichem Durchmesser. Es muss ein der
persönlichen Anatomie entsprechendes Exemplar ausgewählt werden. Penisringe dürfen nicht
länger als 30 Minuten getragen werden. Also bitte nicht mit dem Penisring einschlafen!
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Hormontherapie
Bei Testosteronmangel kann Testosteron eingenommen (Andriol®), gespritzt, als Pflaster (Androderm®) auf die Haut geklebt oder als Gel (Androtop®, Testogel®) in die Haut eingerieben werden.
Chirurgische Eingriffe
- Gefäßoperationen
(bei mangelhaftem Blutzufluss in die Schwellkörper oder zu schnellem Abfluss) werden heute nur noch in seltenen Fällen ausgeführt, da die Erfolgsrate nicht sehr hoch ist. - Schwellkörper-Implantat
Ein Schwellkörper-Implantat kann in vielen Fällen von schweren Erektionsstörungen helfen. Allerdings werden beim Einsetzen des Implantats große Teile der Schwellkörper zerstört. Die Operation kann nicht mehr rückgängig gemacht werden und sollte daher nur in Frage kommen, wenn alle anderen Mittel entweder nicht in Frage kommen oder versagt haben. Weitere Informationen finden Sie auf unsere Seite Schwellkörper-Implantate.
Behandlung psychischer Ursachen
Psychische Faktoren spielen eine große Rolle bei Erektionsproblemen, denn auch eine ursprünglich rein organisch verursachte erektile Dysfunktion führt fast immer zu psychische Problemen wie beispielsweise eine Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls, Versagensangst und Depressionen, die ihrerseits die Erektionsstörung verstärken und aufrecht erhalten können. Um wieder eine befriedigende Sexualität erleben zu können, dürfen diese Probleme nicht ignoriert werden. Allerdings bedarf nicht jedes psychische Problem gleich einer intensiven Psychotherapie. Auf unserer Seite Behandlung der psychischen Ursachen von Erektionsstörungen: Selbsthilfe, Sexualberatung, Sexualtherapie stellen wir Ihnen eine abgestufte Vorgehensweise vor.
Unkonventionelle Therapiemöglichkeiten
Es gibt eine ganze Reihe von weiteren Behandlungsmöglichkeiten. Beispiele sind:
- Beckenbodengymnastik
Mehrere Studien haben die Wirksamkeit von Beckenbodentraining bei Erektionsstörungen belegt. Einzelheiten dazu finden Sie auf unserer Seite Beckenbodentraining. - Elektrostimulation der Beckenboden- und Schwellkörper-Muskulatur
- Pflanzliche ("natürliche") Mittel
Es gibt eine ganze Reihe von pflanzlichen Mitteln, denen eine positive Wirkung auf die Potenz nachgesagt wird. Allerdings muss man beachten, dass "natürliche" Mittel keinesfalls immer ungefährlich sind. Entgegen der landläufigen Meinung können auch diese Mittel schwerwiegende Nebenwirkungen und bedrohliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben. Mehr zu pflanzlichen Mitteln finden Sie auf unserer Seite Gibt es Naturheilmittel zur Stärkung der Potenz? - Akupunktur, Homöopathie, Hypnosetherapie, Reiki, ...
Da Erektionsstörungen ein erstes, auffälliges Zeichen einer gefährlichen Krankheit sein können, können diese Behandlungsmöglichkeiten keinesfalls einen Arztbesuch ersetzen. Für die beiden letzten Punkte gibt es keine anerkannten Studien, die die Wirksamkeit bestätigen. Sicher kann einiges davon dem einen oder anderen helfen. Aber die Suche nach einem wirksamen Mittel oder einer wirksamen Therapie kann sehr teuer werden. Deshalb sollte man zu pflanzlichen Mitteln und den im letzten Punkt aufgeführten Behandlungen nur bei unbefriedigendem Ergebnis mit den etablierten Behandlungsmethoden greifen.
Zukünftige Entwicklungen
Auf dem Gebiet der Therapie der ED wird intensiv geforscht. Weitere Medikamente sind in den kommenden Jahren zu erwarten. Informationen zu neuen Wegen bei der Therapie der ED finden Sie in folgenden Artikeln:
- Hatzimouratidis, Konstantinos; Hatzichristou, Dimitrios G. (2008):
Looking to the Future for Erectile Dysfunction Therapies.
Drugs, Volume 68, Number 2, pp. 231-250(20). Im Internet: Abstract. - Mills, Jesse N. et al. (2007):
Gene Therapy for Erectile Dysfunction,
Pharmacogenomics 8(8):979-984. Im Internet: Artikel (kostenlose Registrierung erforderlich). - Ärzte Zeitung vom 8.12.2006:
DNA-Injektion in den Penis läßt potenzschwache Männer hoffen - Andersson, K.E.; Hedlund, P. (2002):
New directions for erectile dysfunction therapies.
International Journal of Impotence Research 14, Suppl 1, S82-S92. Im Internet: Abstract
Diese Seite wurde von Nicht-Medizinern erstellt. Die Autoren haben dazu sorgfältige Recherchen durchgeführt. Die Informationen auf dieser Seite sollen Ihnen bei der Vorbereitung eines Arztbesuchs helfen und das Gespräch mit dem Arzt erleichtern. Sie können keinesfalls das Gespräch mit dem Arzt ersetzen!