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Behandlung (Therapie) der erektilen Dysfunktion:
Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie (SKAT)
Weitere Artikel zur Behandlung:
Die Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie (SKAT) ist seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein großer Erfolg in der Therapie der erektilen Dysfunktion (ED). Auch im Zeitalter von Viagra und Co. ist SKAT nicht überflüssig, da die Wirkung von SKAT im Gegensatz zu Medikamenten wie Viagra unabhängig von intakten Nervenbahnen ist. SKAT kann daher auch Männern helfen, bei denen durch eine Operation die für die Erektion verantwortlichen Nerven zerstört wurden.
Präparate
| Handelsname | Hersteller | Wirkstoff | Dosierung |
|---|---|---|---|
| Caverject® | Pharmacia GmbH | Alprostadil | 10 μg, 20 μg |
| Caverject® Impuls | Pharmacia GmbH | Alprostadil | 10 μg, 20 μg |
| Viridal® | UCB Pharma GmbH | Alprostadil | 10 μg, 20 μg, 40 μg |
| Androskat® | Nycomed | Papaverin + Phentolamin | 2 ml |
Androskat® ist in Deutschland zwar zugelassen, wird aber hier nicht vertrieben. Gegen Privatrezept können es Apotheker über die Internationale Apotheke kurzfristig besorgen. Da nach der Gesundheitsreform seit dem 1.1.2004 Caverject® und Viridal® zu Lasten der Krankenkassen nicht mehr verordnet werden dürfen und Patienten die Medikamente selbst bezahlen müssen, könnte Androskat® eine Renaissance erleben, da es erheblich billiger ist als Caverject® und Viridal®. Wir kennen eine Apotheke, die eine sterile Lösung der gleichen Zusammensetzung wie Androskat im eigenen Labor herstellt und gegen Privatrezept abgibt und auch per Post versendet. Nähere Infos zu diesem äußerst preiswerten Präparat auf Anfrage.
Anwendung
Die Dosierung muss von einem Facharzt festgelegt werden. Dazu wird in der Regel in mehreren Sitzungen die Dosis so lange erhöht, bis eine zufriedenstellende Erektion erreicht wird. Bei dieser Gelegenheit wird der Patient auch in das richtige Setzen der Spritze eingewiesen.
Die Einstichstelle und Penisseite sollte bei jeder Anwendung gewechselt werden. Die Einstichstelle muss vorher desinfiziert werden.
SKAT sollte höchstens 3 mal pro Woche angewendet werden. Der zeitliche Mindestabstand zwischen zwei SKAT-Anwendungen sollte 24 Stunden betragen.
Wirkungsdauer
Bei richtiger Dosierung tritt nach 5 bis 10 Minuten eine Erektion ein, die höchstens 1 Stunde anhält.
Unerwünschte Nebenwirkungen
- Lang anhaltende (prolongierte) Erektion (Priapismus)
Hält die Erektion länger als 4 Stunden an, so muss man sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben, am besten in eine urologische Klinik. Länger dauernde Erektionen können zu einer Schädigung der Schwellkörper führen. - Knotenbildung (Fibrosen) an den Einstichstellen
Das Risiko für diese Nebenwirkung lässt sich durch einen systematischen Wechsel der Einstichstelle deutlich verringern. - Blutergüsse (Hämatome)
- Schmerzen im Penis
Androskat hat mit 5 bis 10% etwas häufiger als Alprostadil (der Wirkstoff in Caverject® und Viridal®) eine verlängerte Erektion (Priapismus) als Nebenwirkung zur Folge. Dies ist jedoch abhängig von der Einstiegsdosis. Wenn also von Alprostadil auf Androskat® umgestellt wird, muss dies allmählich mit langsam steigenden Dosen - mit zunächst schwacher Wirkung - erfolgen, bis die für eine ausreichende Erektion nötige Dosis gefunden ist. Das Priapismus-Risiko liegt dann bei 1 bis 2% gegenüber 0,4% bei Alprostadil (Porst 2000, Seite 209/210).
Was spricht gegen eine Anwendung (Kontraindikationen)
- Erkrankungen, die eine lang andauernde Erektion begünstigen: Sichelzellanämie, Leukämie, Multiples Myelom.
- Überempfindlichkeit gegen das Medikament
- Penisverkrümmung
- Erkrankungen, die körperliche Anstrengungen verbieten (schwere Herzerkrankung)
Wirkungsweise
Das Medikament bewirkt eine Erschlaffung der (glatten) Penismuskulatur. Dadurch werden die Hohlräume in den Schwellkörpern größer, Blut strömt ein, der Penis versteift sich.
Kostenübernahme durch Krankenkassen
Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) (wie die Gesundheitsreform offiziell heißt) am 1. Januar 2004 ändert sich die Rechtslage für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen. Arzneimittel, die überwiegend zur Behandlung der erektilen Dysfunktion dienen, werden danach nicht mehr von der GKV gezahlt.
Weitere Informationen
Falls die stärkste Dosierung von Alprostadil (40 Mikrogramm) nicht den gewünschten Erfolg bringt, kann eine Mixtur aus Alprostadil, Papaverin und Phentolamin ("Trimix") helfen. Damit lassen sich um 50% höhere Erfolgsraten als mit Alprostadil allein erzielen (Porst 2000, Seite 223).
Bei manchen Männern verursacht SKAT starke Schmerzen. Wie man da Abhilfe schaffen kann, haben wir auf unserer Seite "Häufig gestellte Frage (FAQ): Was kann man gegen Schmerzen bei SKAT tun?" beschrieben.
Literatur
- Porst, Hartmut (2000):
Manual der Impotenz. Erektions-, Ejakulations- und Hormonstörungen, Peniserkrankungen, weibliche Sexualstörungen.
Uni-Med-Verlag.
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