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Behandlung (Therapie) der erektilen Dysfunktion:
Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie (SKAT)
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Die Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie (SKAT) ist seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein großer Erfolg in der Therapie der erektilen Dysfunktion (ED). Auch im Zeitalter von Viagra und Co. ist SKAT nicht überflüssig, da die Wirkung von SKAT im Gegensatz zu Medikamenten wie Viagra unabhängig von intakten Nervenbahnen ist.
Handelsnamen
Caverject® (Wirkstoff: Alprostadil; Hersteller: Pharmacia)
Viridal® (Wirkstoff: Alprostadil; Hersteller: Hoyer-Madaus)
Androskat® (Wirkstoffe: Papaverin und Phentolamin)
Androskat® ist in Deutschland zwar zugelassen, wird aber hier nicht vertrieben. Gegen
Privatrezept können es Apotheker über die Internationale Apotheke kurzfristig besorgen. Da
nach der Gesundheitsreform seit dem 1.1.2004 Caverject® und Viridal® zu Lasten der
Krankenkassen nicht mehr verordnet werden dürfen und Patienten die Medikamente selbst
bezahlen müssen, könnte Androskat® eine Renaissance erleben, da es erheblich billiger
ist als Caverject® und Viridal®. Es gibt Apotheken, die eine sterile Lösung der
gleichen Zusammensetzung wie das Androskat im eigenen Labor herstellen und gegen
Privatrezept abgeben. Nähere Infos zu diesem äußerst preiswerten Präparat auf Anfrage.
Androskat hat mit 5 bis 10% etwas häufiger als Alprostadil (der Wirkstoff in Caverject® und Viridal®) eine verlängerte Erektion (Priapismus) als Nebenwirkung zur Folge. Dies ist jedoch abhängig von der Einstiegsdosis. Wenn also von Alprostadil auf Androskat® umgestellt wird, muss dies allmählich mit langsam steigenden Dosen - mit zunächst schwacher Wirkung - erfolgen, bis die für eine ausreichende Erektion nötige Dosis gefunden ist. Das Priapismus-Risiko liegt dann bei 1 bis 2% gegenüber 0,4% bei Alprostadil (Porst 2000, Seite 209/210).
Anwendung
Die Dosierung muss von einem Facharzt festgelegt werden. Dazu wird in der Regel in mehreren Sitzungen die Dosis so lange erhöht, bis eine zufriedenstellende Erektion erreicht wird. Bei dieser Gelegenheit wird der Patient auch in das richtige Setzen der Spritze eingewiesen.
Die Einstichstelle und Penisseite sollte bei jeder Anwendung gewechselt werden. Die Einstichstelle muss vorher desinfiziert werden.
SKAT sollte höchstens 3 mal pro Woche angewendet werden. Der zeitliche Mindestabstand zwischen zwei SKAT-Anwendungen sollte 24 Stunden betragen.
Wirkungsdauer
Bei richtiger Dosierung tritt nach 5 bis 10 Minuten eine Erektion ein, die höchstens 1 Stunde anhält.
Unerwünschte Nebenwirkungen
- Lang anhaltende (prolongierte) Erektion (Priapismus)
Hält die Erektion länger als 4 Stunden an, so muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Länger dauernde Erektionen können zu einer Zerstörung der Schwellkörper führen. - Knotenbildung an den Einstichstellen
- Blutergüsse (Hämatome)
- Schmerzen im Penis
Was spricht gegen eine Anwendung (Kontraindikationen)
- Erkrankungen, die eine lang andauernde Erektion begünstigen: Sichelzellanämie, Leukämie, Multiples Myelom.
- Überempfindlichkeit gegen das Medikament
- Penisverkrümmung
- Erkrankungen, die körperliche Anstrengungen verbieten (schwere Herzerkrankung)
Wirkungsweise
Das Medikament bewirkt eine Erschlaffung der (glatten) Penismuskulatur. Dadurch werden die Hohlräume in den Schwellkörpern größer, Blut strömt ein, der Penis versteift sich.
Kostenübernahme durch Krankenkassen
Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) (wie die Gesundheitsreform offiziell heißt) am 1. Januar 2004 ändert sich die Rechtslage für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen. Arzneimittel, die überwiegend zur Behandlung der erektilen Dysfunktion dienen, werden danach nicht mehr von der GKV gezahlt.
Weitere Informationen
Falls die stärkste Dosierung von Alprostadil (40 Mikrogramm) nicht den gewünschten Erfolg bringt, kann eine Mixtur aus Alprostadil, Papaverin und Phentolamin ("Trimix") helfen. Damit lassen sich um 50% höhere Erfolgsraten als mit Alprostadil allein erzielen (Porst 2000, Seite 223).
Bei manchen Männern verursacht SKAT starke Schmerzen. Wie man da Abhilfe schaffen kann, haben wir auf unserer Seite "Häufig gestellte Frage (FAQ): Was kann man gegen Schmerzen bei SKAT tun?" beschrieben.
Literatur
- Porst, H.:
Manual der Impotenz - Erektions-, Ejakulations- und Hormonstörungen, Peniserkrankungen, weibliche Sexualstörungen
1. Auflage - Bremen: UNI-MED, 2000; ISBN 3-89599-455-3
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