Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz)

Erektionsstörung: Ursachen, Behandlung, Kosten, Erfahrungen - von Betroffenen

Sie befinden sich hier:

Startseite > Behandlung (Therapie) > Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie (SKAT)

Behandlung (Therapie) der erektilen Dysfunktion:
Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie (SKAT)

Die Schwellkörper-Auto-Injektions-Therapie (SKAT) ist seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein großer Erfolg in der Therapie der erektilen Dysfunktion (ED). Auch im Zeitalter von Viagra und Co. ist SKAT nicht überflüssig, da die Wirkung von SKAT im Gegensatz zu Medikamenten wie Viagra unabhängig von intakten Nervenbahnen ist. SKAT kann daher auch Männern helfen, bei denen durch eine Operation die für die Erektion verantwortlichen Nerven zerstört wurden.

Präparate

Handelsname Hersteller Wirkstoff Dosierung
Caverject® Pharmacia GmbH Alprostadil 10 μg, 20 μg
Caverject® Impuls Pharmacia GmbH Alprostadil 10 μg, 20 μg
Viridal® UCB Pharma GmbH Alprostadil 10 μg, 20 μg, 40 μg
Androskat® Nycomed BV Papaverin + Phentolamin 2 ml

Androskat® ist in Deutschland zwar zugelassen, wird aber hier nicht vertrieben. Gegen Privatrezept können es Apotheker über die Internationale Apotheke kurzfristig besorgen.

Es gibt auch einige Apotheken, die SKAT-Lösungen selbst herstellen. Dabei handelt es sich in der Regel um Mischungen aus 2 (Papaverin und Phentolamin) oder 3 Wirkstoffen (Papaverin, Phentolamin und Alprostadil). In der Fachliteratur werden diese Lösungen als "bimix" und "trimix" bezeichnet. Informationen zu diesen äußerst preiswerten Präparaten (einschließlich Bezugsquelle) haben wir in einem Infoblatt zusammengestellt, das Sie bei uns per E-Mail anfordern können.

Anwendung

Die Dosierung muss von einem Facharzt festgelegt werden. Dazu wird in der Regel in mehreren Sitzungen die Dosis so lange erhöht, bis eine zufriedenstellende Erektion erreicht wird. Bei dieser Gelegenheit wird der Patient auch in das richtige Setzen der Spritze eingewiesen.

Die Einstichstelle und Penisseite sollte bei jeder Anwendung gewechselt werden. Die Einstichstelle muss vorher mit einem Alkoholtupfer desinfiziert werden.

SKAT sollte höchstens 3 mal pro Woche angewendet werden. Der zeitliche Mindestabstand zwischen zwei SKAT-Anwendungen sollte 24 Stunden betragen.

Wirkungsdauer

Bei richtiger Dosierung tritt nach 5 bis 10 Minuten eine Erektion ein, die höchstens 2 Stunden anhält.

Unerwünschte Nebenwirkungen

Wie bei den einzelnen Nebenwirkungen beschrieben wurde, lässt sich das Risiko für das Eintreten der Nebenwirkungen deutlich reduzieren. Dazu ein Beispiel: Androskat® hat mit 5 bis 10 % häufiger als Alprostadil (der Wirkstoff in Caverject® und Viridal®) eine verlängerte Erektion (Priapismus) zur Folge. Wenn also von Alprostadil auf Androskat® umgestellt wird, muss dies mit einer niedrigen Einstiegsdosis (in der Regel 0,25 ml) und langsam steigenden Dosen - mit zunächst schwacher Wirkung - erfolgen, bis die für eine ausreichende Erektion nötige Dosis gefunden ist. Das Priapismus-Risiko liegt dann bei 1 bis 2 % gegenüber 0,4 % bei Alprostadil (Porst 2000, Seite 209).

Was spricht gegen eine Anwendung (Kontraindikationen)

Eine Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten (umgangssprachlich "Blutverdünner", medizinisch Antikoagulantien) wie beispielsweise Marcumar® oder Heparin-Präparate ist keine Kontraindikation für SKAT! Das gilt auch für die sogenannten Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure (ASS). Um Blutungen zu vermeiden, sollte man allerdings 5 bis 10 Minuten lang mit einem Alkoholtupfer auf die Einstichstelle drücken (Brant 2007; Porst 2000, Seite 239).

Wirkungsweise

Das Medikament bewirkt eine Erschlaffung der (glatten) Penismuskulatur. Dadurch werden die Hohlräume in den Schwellkörpern größer, Blut strömt ein, der Penis versteift sich.

Kostenübernahme durch Krankenkassen

Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) (wie die Gesundheitsreform offiziell heißt) am 1. Januar 2004 ändert sich die Rechtslage für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen. Arzneimittel, die überwiegend zur Behandlung der erektilen Dysfunktion dienen, werden danach nicht mehr von der GKV gezahlt.

Weitere Informationen

Rein statistisch gesehen, zeigt Papaverin/Phentolamin eine etwas geringere Wirksamkeit als Alprostadil. Im Einzelfall kann aber Papaverin/Phentolamin auch Männern helfen, die mit Alprostadil keinen Erfolg hatten. Das gilt natürlich auch umgekehrt. Mit die beste Wirksamkeit zeigt Trimix. Damit lassen sich um 50% höhere Erfolgsraten als mit Alprostadil allein erzielen (Porst 2000, Seite 223).

Der Penis sollte im Bereich der Einstichstellen regelmäßig abgetastet werden. Werden Knoten festgestellt, die nicht innerhalb von einigen Tagen verschwinden, so muss dies mit dem Arzt besprochen werden.

Literatur

Weitere Seiten bei uns zum Thema

Medizinische Fachliteratur

Diese Seite wurde von Nicht-Medizinern erstellt. Die Autoren haben dazu sorgfältige Recherchen durchgeführt. Die Informationen auf dieser Seite sollen Ihnen bei der Vorbereitung eines Arztbesuchs helfen und das Gespräch mit dem Arzt erleichtern. Sie können keinesfalls das Gespräch mit dem Arzt ersetzen!