Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion (Impotenz)

Erektionsstörung: Ursachen, Behandlung, Kosten, Erfahrungen - von Betroffenen

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Werbung für "natürliche" Potenzmittel kritisch betrachtet

Manche Werbung für "natürliche" Potenzmittel ist so überzogen, dass fast jeder Mann sie sofort als unrealistisch erkennt. In den folgenden Abschnitten beschäftigen wir uns mit verlockenden Aussagen, die nicht sofort als falsch zu erkennen sind.

"Keine Nebenwirkungen, da rein pflanzlich"

Diese Aussage ist falsch. Pflanzlich Mittel können erhebliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben.

"Wissenschaftlich getestet"

Viele Hersteller versuchen den Eindruck zu erwecken, dass die Wirkung ihres Mittels in Studien nachgewiesen wurde. Bei Nachfragen merkt man sehr schnell, dass die angeblichen Studien entweder überhaupt nicht existieren oder sich nur auf einen Inhaltsstoff beziehen oder aber völlig unzureichend zum Nachweis der Wirksamkeit sind. Gründliche klinische Studien für die angebotenen Kombinations­präparate existieren von zwei oder drei Ausnahmen abgesehen nicht.

Manchmal wird auch auf nicht näher benannte "führende Ärzte" verwiesen, die das Produkt empfehlen. Oder man lässt einen namentlich genannten "weltweit führenden Sexualforscher" zu Wort kommen und verweist auf Publikationen in einer Fachzeitschrift. Wenn man dann aber nach dem "führenden Sexualforscher" im Internet oder in Literatur­daten­banken sucht, dann findet man nichts und auch die genannte Fachzeitschrift ist in keiner Bibliothek bekannt.

"100% wirksam"

Erektionsstörungen können viele körperliche und psychische Ursachen haben. Da kann es kein Mittel geben, das bei allen Ursachen hilft. Auch die PDE5-Hemmer wirken nur bei 70 bis 80 Prozent der Männer. Es ist daher eine bewusste Irreführung, eine 100-prozentige Wirkung bei einem natürlichen Mittel zu versprechen.

"Geld-zurück-Garantie"

Dieses Argument klingt zunächst überzeugend und seriös. Aber besonders wenn der Händler im Ausland sitzt (was meist der Fall ist), ist nicht sicher, dass der Kaufpreis bei unbefriedigender Wirkung tatsächlich erstattet wird. Außerdem lässt sich aus den folgenden Gründen auch viel Geld mit einem Mittel verdienen, das keine Wirkstoffe enthält:

  1. Nicht jeder Mann, bei dem das Mittel nicht wirkt, hat die Energie, sich um die Erstattung des Kaufpreises zu kümmern.
  2. Bei den Zulassungsstudien für die PDE5-Hemmer waren rund 30% der Männer, die ein Scheinmedikament (Placebo) erhielten, mit der Wirkung zufrieden. Man kann davon ausgehen, dass auch entsprechend viele Männer mit einem gekauften wirkungslosen Mittel zufrieden sein werden.

"Keine peinlichen Arztbesuche"

Eine Erektionsstörung kann ein erstes, auffälliges Anzeichen einer gefährlichen, noch nicht erkannten Krankheit, wie beispielsweise Diabetes, Arteriosklerose oder eine koronare Herzkrankheit sein. Je früher diese Krankheiten entdeckt und behandelt werden, desto besser bekommt man sie in den Griff. Wer daher bei länger anhaltenden Erektionsstörungen unter Umgehung des Arztes mit frei verfügbaren Potenzmitteln nur das Symptom bekämpft, geht fahrlässig mit seiner Gesundheit um. Deshalb sollte jeder Mann mit Erektionsstörungen einen auf diesem Gebiet erfahrenen Urologen oder Andrologen aufsuchen und mit ihm gegebenen­falls auch den Einsatz von frei verfügbaren Potenzmitteln besprechen.

Mit der Werbeaussage "Keine peinlichen Arztbesuche" wird die weit verbreitete Hemmung vieler Männer, einen Arzt aufzusuchen, skrupellos ausgenutzt.